Carl Zuckmayer

zuckmayer.jpgIn der Schule machte er nur Ärger, brachte es als Kriegsfreiwilliger 1914-1918 an der Westfront zwar zum Leutnant und studierte danach zwei Jahre, war aber dann als Gelegenheitsarbeiter, Kneipensänger, Aufreißer für illegale Lokale und sogar gelegentlicher Drogendealer nicht gerade auf gesellschaftlichem Erfolgskurs. Auch sein erstes Drama „Am Kreuzweg“ wurde nach der Berliner Uraufführung 1920 nach drei Aufführungen wieder abgesetzt. 1925 jedoch, nachdem er sich als Volontär, Regieassistent und kurzzeitig auch, zusammen mit Brecht, als Dramaturg durchgeschlagen hatte, kam mit der Komödie „Der fröhliche Weinberg“ der große Erfolg, der ihm dann auch weiterhin treu blieb. Zwar fielen alle weiteren Stücke bei der offiziellen Kritik durch, aber sie wurden überall gespielt. Die Presse rechnete aus, dass er allein mit seiner 1931 entstandenen Komödie „Der Hauptmann von Köpenick“ schon im ersten Aufführungsjahr 160.000 Mark an Tantiemen verdiente, was dem damaligen Lebenseinkommen eines Schwerstarbeiters entsprach. Preise und Ehrenbürgerschaften folgten, von seinen insgesamt 21 Stücken wurden 13 verfilmt. Nach der Machtergreifung der Nazis lebte Zuckmayer vorwiegend in Österreich und emigrierte 1938 in die USA. 1946 kehrte er als ziviler Kulturbeauftragter des amerikanischen Kriegsministeriums nach Europa zurück und erlebte, dass sein Stück „Des Teufels General“ zum größten Nachkriegserfolg des westdeutschen Theaters wurde und er selbst der erfolgreichste deutsche Dramatiker der 1950er Jahre. Bis 1957 lebte er in Amerika, erwarb dann ein Haus in der Schweiz und wurde 1966 Schweizer Staatsbürger. 1977 starb er.
Das Volksstück „Katharina Knie“, das er selbst eine „Seiltänzerkomödie“ nannte, fand bereits zu seiner Uraufführung 1928 großen Publikumszuspruch und kam schon ein Jahr später als Spielfilm u. a. mit Carmen Boni, Adele Sandrock, Viktor de Kowa und Ernst Busch in die Kinos. 1957 wurde es durch Mischa Spoliansky und Robert Gilbert auch zum Musical.