Plattdeutsch lebt…

Plattdeutsch lebt – auf der Bühne und mitten unter uns. Warum unser Bühnenleiter Rolf Petersen zuversichtlich in die Zukunft des niederdeutschen Theaters blickt, erzählt er in einem ausführlichen Interview in der Wochenendausgabe des SHZ.

Geschichten erzählen, Menschen berühren und das Publikum auf eine Reise mitnehmen: Das treibt Rolf Petersen seit seinen Anfängen als Schauspieler an. Seit 2000 leitet er die Niederdeutsche Bühne Flensburg. Im Gespräch mit Christoph Schumann spricht er über die Begeisterung für Theater auf Platt, die Begegnung mit jungen Menschen und den Mut zu aktuellen Stoffen.

Dass das Interesse ungebrochen ist, zeigen auch unsere Zuschauerzahlen: Mit den Kinderstücken und den Gastspielen in Schulen erreicht unsere Bühne rund 24.000 Zuschauer pro Saison. Dahinter stehen die Arbeit und die Spielfreude eines Ensembles von etwa 40 ehrenamtlichen Schauspielerinnen und Schauspielern.

Mehr als ein Schwank

Dabei reicht unser Programm längst über den klassischen Schwank hinaus. Als Beispiel nennt Petersen „De Vadder“ von Florian Zeller. Das Stück über einen an Alzheimer erkrankten Vater hat unser Publikum tief bewegt und fast durchweg für ausverkaufte Vorstellungen gesorgt. Für Petersen zeigt dieser Erfolg, wie viel Raum das plattdeutsche Theater auch für ernste Themen und neue Perspektiven bietet.

Plattdeutsch weitergeben

Besonders wichtig ist ihm der Kontakt zur jungen Generation. Seit Februar haben wir mehr als 50 Vorstellungen von „Regen in’n Kopp“ in Schulen und Kitas gespielt. Die Erfahrung dabei: Kinder finden leicht Zugang zum Plattdeutschen. Solche Begegnungen helfen, die Sprache lebendig zu halten. Denn, so Petersen: „Man pflegt eine Sprache nicht, wenn man sie nicht spricht.“

Auch wer selbst wenig oder gar kein Platt spricht, darf neugierig sein. Viele Gäste verstehen im Theater mehr, als sie sich vorher zugetraut haben. Unsere Einladung lautet deshalb: einfach einmal kommen, zuhören und sich auf die Geschichten einlassen.

Mit Zuversicht in die Zukunft

Und wie sieht es in zehn oder zwanzig Jahren aus? Wird es dann noch Theater auf Platt geben? Rolf Petersens Antwort ist eindeutig: „Da bin ich gnadenlos optimistisch.“ Die Freude am gemeinsamen Theatererlebnis und an der unmittelbaren Begegnung zwischen Bühne und Publikum wird bleiben.

Das Interview „Totgesagte leben länger“ von Christoph Schumann ist am 30. Oktober 2026 in „Schleswig-Holstein am Wochenende“ erschienen.

Hier den vollständigen Artikel als PDF lesen